Altstadt Buchhandlung

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Vom 4. Oktober bis 6. Oktober 2012 zeigt sich die Altstadt-Buchhandlung als Geburtstagskind. Nach 50 Jahren lohnt sich ein Rückblick. Erinnern Sie sich noch an die Bestseller der 1960er Jahre? Sprachstudienrekorder als technische Sensation? Und unsere schöne alte Kasse…

 

Wir blicken zurück auf eine ereignisreiche Zeit.
 
1962 war ein Jahr voller Aufsehen erregender Nachrichten: Der erste James-Bond-Film, der rätselhafte Tod Marilyn Monroes, die Kubakrise, Flutkatastrophe in Hamburg und die erste Schallplatte der Beatles. Räuber Hotzenplotz wurde ins Leben gerufen, und am 31. Oktober erblickte Sabine Pfannkuchen in Wuppertal das Licht der Welt.
Bereits am 1. April hatte Wolfgang Schneider in Essen die Altstadt-Buchhandlung  an der Rottstraße eröffnet. Von Ihrer gemeinsamen Zukunft ahnten damals beide noch nichts.
 
Von 1962 bis 1976 Führte Wolfgang Schneider die Altstadt-Buchhandlung mit Allgemeinem Sortiment und einer Fachabteilung für evangelische Theologie. Laut Handelregister war der „Gegenstand des Unternehmens: Der Handel mit Büchern, Zeitschriften, Schallplatten und anderen artverwandten Artikeln“. So steht es noch heute dort geschrieben, und daran hat sich in den vergangenen 50 Jahren tatsächlich nicht viel geändert.
 

Porscheplatz 1957 mit Blick in die Zukunft
 
 
 
Die Bücherschau, ein Buchkatalog mit über 500 Titeln
 – jedoch ohne Fotos!
 
Heute ist uns das Buchjournal angenehmer.
 
 
Der Altstadt-Saal nebenan bot die Möglichkeit für literarische Veranstaltungen und Filmabende. Der monatliche Kulturfahrplan der Altstadt-Buchhandlung nennt berühmte Namen: Elisabeth Flickenschildt, Ingeborg Bachmann, Uwe Johnson, Dorothee Sölle, Jörg Zink…
 
 
 
 
 
 
Im Oktober 1971 stellte Vivi Bach bei uns ihr Kinderbuch „Ein Kind aus Kopenhagen“ vor, und Obelix höchstpersönlich präsentierte einen Monat später den „Asterix-Band X“. In gestreifter Hose und mit freiem Oberkörper trotzte er tapfer der Novemberkälte und plauderte mit den Passanten. Als Beweis liegt ein signiertes Exemplar in der Buchhandlung zur Ansicht.
 
Als kulturelles Zentrum befand sich die Altstadt-Buchhandlung in einem recht rauen Umfeld, denn eine feine Gegend war die nördliche Innenstadt schon damals nicht. So konnte es passieren, dass dem seriösen Theologie-Kunden beim Blick aus einem Fenster in der 1. Etage unerwartete „Enthüllungen“ offenbart wurden. Vis-à-vis bot das Hotel Wappen von Hamburg Damen  des leichten Gewerbes Unterschlupf.
 
Zum Nachlesen, für die, die es genauer wissen möchten: Von schweren Jungs und leichten Mädchen in den 60er und 70er Jahren rund um die Altstadt-Buchhandlung erzählt Jürgen Lodemann in seinem damals erschienenen (und noch lieferbaren!) Roman Anita Drögemöller, dem ersten Essener Krimi. Einen weiteren schrieb, viele Jahre später, Steffen Hunder, Pfarrer der Altstadt-Kirchengemeinde: Das Ritual des 11. Gebotes.
 
 
 

Neuauflage 2007

 

Ein artverwandter Artikel war zum Beispiel der Sprachstudienrecorder von Philips, mit Kassetten-Lehrgang zum Preis von insgesamt 575,00 DM. Damit sollte man nach dem Motto „Lieber leichter lernen“ sich schon nach drei Monaten z.B. in Kisuahili unterhalten können.
Die Fachwelt zeigte sich begeistert über die technische Neuheit. Computer gab es für uns noch lange nicht.
 

 

Am 1.April 1976 übernahm Karl-Helmut Pfannkuchen die Altstadt-Buchhandlung. Kollegen und Kolleginnen kamen und gingen, manche kamen später wieder.

 

 

1987 treffen wir hier auf Sabine Buchholz, geb. Pfannkuchen. Seit sie Lesen gelernt hatte, durchstöberte sie die elterliche Buchhandlung, damals noch in Wuppertal, lernte die faszinierende Welt der Literatur kennen und lieben und beschloss, Buchhändlerin zu werden. Nach einigen Wanderjahren im deutschen Buchhandel übernahm sie am 1. April 1994 die Altstadt-Buchhandlung von ihrem Vater.
Dieser hatte inzwischen ein zweites Unternehmen gegründet. 1988 erfolgte der Durchbruch zum benachbarten Ladenlokal, das bis dahin Schwangerschafts-Moden Bei Mama beherbergt hatte, und Bürobedarf · Schreibwaren K.H. Pfannkuchen wurde eröffnet.
 

  

Einen Durchbruch ganz anderer Art bescherte uns am 16. Mai 1986 der Fahrer eines Getränke-Lieferwagens:
 
 
 
 
 
Für Kuriositäten im Schaufenster waren wir zwar schon immer zu haben, diese sprengte jedoch den Rahmen.
 
Die Schaufenster-Dekoration zum Thema Urlaub+Reisen hatte ihn vermutlich so sehr begeistert, dass er dabei die Scheibe übersah.
 
 
 
 
Ein Scherbenhaufen und jede Menge Makulatur

 

Als 1997 die Herder-Buchhandlung geschlossen wurde, sah die Altstadt-Buchhandlung sich berufen, neben dem evangelischen Kundenkreis auch den katholischen zu bedienen. Gabriele Leister, langjährige Mitarbeiterin bei Herder, sollte uns in Zukunft dabei fachkundig unterstützen.

„Auf die Gesundheit!“ 

Wir lernten viel dazu:
Zum Beispiel, dass das Aschekreuz am Aschermittwoch kein Schmutzfleck auf der Stirn ist und dass die Buchbestellung, an die der katholische Priester sich nicht erinnern kann, bestimmt nicht von seiner Ehefrau aufgegeben wurde.
 
 
1998 hält die moderne Technik Einzug und ruft nicht bei allen spontane Begeisterung hervor.
 
 
Frau Leister als geduldige Lehrmeisterin

 

  Vergnügungen nach der Arbeit
 
Nicht nur geistige Nahrung erfreut des Buchhändlers und der Buchhändlerin Herz!
 
 
 
1997 Grünkohl-Essen in Rüttenscheid
  
 
Alle Jahre wieder lädt Frau Buchholz zum Grillen.
In der Weinlaube wird fröhlich getafelt, und wenn der Abend kühl wird, gibt es ein behagliches Feuer im Kamin. Die Gänse haben keine Angst, auf dem Grill zu schmoren. Sie genießen Artenschutz und kuscheln lieber. Bei Ganter Agathe sollte der Gast sich doch eher vorsehen; er ist manchmal heimtückisch und greift gerne von hinten an…..

 

 

2001 kollegiales Gelage in der Backwinkelstraße

 

Auf Reisen mit Brockhaus und Studiosus
 
Obwohl das architekturpreisgekrönte Altstadthaus schon seit den 1970er Jahren Baumängel aufwies, ließ Frau Buchholz die Buchhandlung gründlich renovieren, und auch die Schaufenstergestaltung lag ihr sehr am Herzen. So geschah es, dass wir 1997 mit der Brockhaus-Enzyklopädie den Schaufensterwettbewerb gewannen und im Mai 1998 nach Florenz reisen durften.
 
 
            
 
 
Auf den Schock brauchte Frau Simon erstmal einen Schnaps. In Ermangelung harter Getränke gab es Sekt, und auf die Frage: ”Wer bekommt denn nun den Gewinn?” antwortete Frau Buchholz; “Sie dürfen fahren, wenn Sie mich mitnehmen.”
 
 
 
Ein köstliches Erlebnis!
 
 

                                      

Wo gibt’s hier toskanische Delikatessen?

Der Sprachführer ist stets zur Hand:

” Cento grammi…”

 

In der Markthalle
 
Trüffelgefüllte Tortelloni, Parmiggiano, Pecorino, mmmh… Auf dem Rückflug duftete unser Gepäck verdächtig deftig

 

40 Jahre Altstadt-Buchhandlung 2002
 
“Sternkes inne Augen”, berühmte Texte in Ruhrdeutsch. Wie Goethes Gretchen-Szene klingt, wenn das Henselowsky-Boschmann-Ensemble kreativ wird erlebte ein begeistertes Publikum in der Kreuzeskirche
 

     

Anschließend ein kleiner Imbiss in der Buchhandlung, liebevoll zubereitet von unserem Catering-Team Mutter&Tochter. Adrett beschürzt, hatten sie den ganzen Tag köstliche Häppchen für die Gäste zubereitet.

 

Lesungen und Gäste
 
Im April 2003 war Thomas Althoff unser Gast und las aus seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen Komm, wir schießen Kusselkopp. Humorvoll und charmant entführte er sein Publikum in eine Kindheit im Ruhrgebiet der Nachkriegszeit.
 
 
 
Erinnerungen wurden wach, und seine Fangemeinde wuchs – besonders die der Damen.
 
 
Bereits im April 2002 trat Thomas Althoff bei uns als Reporter auf.
 
 
 
Frau Dr. Antonia Cervinski-Querenburg erklärte ihm und uns auf gut Ruhrdeutsch, wie Sprache im Ruhrgebiet funktioniert.
 

 

Die Nord-City als problematisches Quartier
 
Eine feine Gegend war das Viertel um die Kreuzeskirche nie, aber es war bunt und lebendig. In den letzten Jahren droht es jedoch abzusterben. Leerstände und die sich ausbreitende Alkoholiker- und Obdachlosenszene bereiten den Geschäftsleuten und Gastronomen Sorgen.
Frau Buchholz wird aktiv, wie man in der WAZ vom 4.Juli 2001 lesen kann:
 
 
 

Arnd Jenne, von 2006 bis 2009 Quartiersmanager der Immobilien- und Standortgemeinschaft City Nord entwickelte ein Konzept zur Imageverbesserung des Viertels. Freundlicher, sauberer und interessanter sollte es werden. Er erfand den verrücken Donnerstag, der Besucher anlocken sollte.

Klaus Wolff, Projektentwickler mit guten Referenzen, hatte größere Pläne. Das Parkhaus an der Rottstraße und die angrenzenden Gebäude, auch das Altstadthaus, sollten einem modernen Gebäudekomplex mit Wohnungen und Geschäften weichen.
 

 

Allen Ankündigungen zum Trotz hat sich an diesem Zustand bis vor kurzem nichts geändert.

 

2008: Umzugspläne
 
In den vergangenen Jahren verdichteten sich die Gerüchte um den Abriss des Altstadthauses, und nach einem Gespräch mit Herrn Wolff war klar, dass wir nach einem neuen Ladenlokal in der Innenstadt Ausschau halten mussten. Der Zufall wollte es, dass in dieser Zeit die Münster-Buchhandlung ihre Pforten schloss. Das Domkapitel suchte einen neuen Mieter, und es war naheliegend, dass eine Buchhandlung willkommen war.
 

 

Die Räume der Münster-Buchhandlung bieten nicht genug Platz für die Altstadt-Buchhandlung. Doch da gibt es ja noch den Laden nebenan…
 
 
 
 
 
So wünschten wir uns den Grundriss.
Die Durchbrüche auf dem Papier gingen uns flott von der Hand, wir ließen sogar ein bisschen Gemäuer stehen.
Eine Herausforderung für Dombaumeister Ralf Meyers und seinen Statiker!
 
Nachdem (fast) alle unsere Wünsche erfüllt werden sollten, warteten wir ungeduldig auf den Beginn der Umbauarbeiten, doch es war nichts zu sehen. Still ruhte der verwaiste Zwölfling 12, und wir blickten besorgt in unseren Terminkalender. Wir ahnten nicht, dass bereits im Keller fleißig gearbeitet wurde, um dem Gebäude die nötige Stabilität zu verleihen.
Danke, Herr Meyers!
 
 
 
 
Umbau Juli-August 2009

 

Hier bleibt kein Stein auf dem anderen stehen….

O weh! Was soll das werden?

…..so scheint es jedenfalls. Historische Fensterbögen werden sichtbar, sind aber an der Fassade leider nicht wieder herzustellen. Die guten alten Heizkörper blieben uns erhalten.
 
Nach jedem Besuch auf der Baustelle war Frau Buchholz entsetzt. Ein Laie konnte sich kaum vorstellen, wie aus dieser Ruine bis Oktober ein moderner Laden werden sollte. Die Profis jedoch bewahrten Ruhe – und sollten Recht behalten.
 
 
Spuren der Vergangenheit verschwinden langsam
 
 
 
 
Hier nahm vorher ein Treppenhaus den halben Raum ein.
Der Zugang zum Medienforum ist zugemauert, die Treppe verschwunden. Eine harte (Beton-)Nuss für die Handwerker.
 
Was sich heute hier befindet, kann man sich
noch nicht vorstellen.
 
 
Nicht wieder zu erkennen:
Der Fußboden lässt ahnen, wie der Raum früher genutzt wurde. Maurer und Ladenbauer leisteten ganze Arbeit.
Raten Sie mal, welche Abteilungen Sie heute hier vorfinden!

Hier residierte Frau Bertz.
 
 
Umzug am 17. Oktober 2009

Organisiertes Packen unter Frau Leisters Regie

Nicht alles darf mit in den Zwölfling
 
 
 
Nach über 47 Jahren...
 
Der Keller wird feucht, die Heizung ist außer Kontrolle und ein frisch renovierter Laden im 12ling wartet auf uns.
 
Es ist Zeit, sich zu verabschieden.
 
 
Adieu, Altstadthaus!

 

Einzug im Zwölfling 12
21. Oktober 2009, morgen ist Eröffnung
 
 
Noch stehen Bücherkartons auf dem Tisch
 
Alles ist eingeräumt, jetzt wird noch dekoriert.
Wir haben es geschafft! Aufregende und anstrengende Wochen liegen hinter uns.
Wir freuen uns auf die Eröffnung; der Sekt steht schon kalt.
 
  
 
 
So gefällt es uns!

 

 Eröffnung am 22. Oktober 2009

Herzlich willkommen in der Altstadt-Buchhandlung!

Die Bücherkisten sind verschwunden, dafür gibt es Blumen.

…und Sekt… und Häppchen... und „Zwölflinge“,
die wir erfunden haben und die die Bäckerei Siebers köstlich zubereitet.
 
 
…       ...und viele Gäste…
                 
             
 
Bunt gemischtes Publikum an einem Ort ökumenischer Begegnung
Ein schöner Auftakt!
 
 

Seitdem sind drei Jahre vergangen in denen der „12ling12“ unsere neue Heimat geworden ist.

Dass sich die Altstadt-Buchhandlung am neuen Standort so gut etablieren konnte, verdankt sie ihren treuen Kunden.
Und weil es gerade so gut passt, wird vom 4.-6-Oktober schon wieder gefeiert, denn:
 
Die Altstadt-Buchhandlung wird 50!
          
 

 

 

Pressemitteilung im Oktober 2009
 
Neueröffnung der Altstadt-Buchhandlung am Münster
 
Eine Essener Traditionsbuchhandlung zieht um! Im Zwölfling 12 präsentiert sich die theologische Buch- und Kunsthandlung in neuem Glanz und öffnet ihre Pforten am 22. Oktober auf historischem Boden in behaglicher Atmosphäre.
 
Sabine Buchholz, die das Unternehmen bereits in der zweiten Generation führt, eröffnet die Buchhandlung um 9.30 Uhr. Im Rahmen der Eröffnungsfeier wird Weihbischof Franz Vorrath um 10.00 Uhr die Buchhandlung segnen. Damit soll ein Grundstein gelegt werden für einen Ort hochwertiger christlicher Literatur und Kunst und ökumenischer Begegnung in Essen.
 
Für Lokalkolorit sorgen um 17.00 Uhr Sabine Schlemmer und Nadja Ridder mit ihrem neuen Wissensspiel „RuhrWeiber“. Dabei haben alle Gäste Gelegenheit, ihre Kenntnisse über starke Frauen des Ruhrgebietes unter Beweis zu stellen: Wie hieß Tana Schanzara mit bürgerlichem Namen? Wann und warum wurden Frauen-Fußballvereine vom DFB verboten? Wer umrundete als erste Frau des Ruhrgebietes die Erde mit dem Auto?
 
Um 19.00 Uhr kann man praktizierte Ökumene erleben. „Ohne Moos nix los“ heißt eine der kriminellen Geschichten, die Pfarrer Steffen Hunder erzählen wird. Schauplatz ist die evangelische Kirchengemeinde Essen-Altstadt, in der die Altstadt-Buchhandlung über 45 Jahre lang beheimatet war.
 
Neben dem Großereignis am Limbecker Platz soll an diesem Tag im Zwölfling 12, nur wenige Schritte vom Essener Kulturpfad entfernt, Gelegenheit gegeben werden, sich auf die Kulturhauptstadt einzustimmen.

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