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Hanns Dieter Hüsch 
Du kommst auch drin vor Gedanken eines fahrenden Poeten Der Kabarettist, poetische Polit-Satiriker und Liedermacher Hanns Dieter Hüsch hat sich in diesem autobiographischen Buch mit der gleichen pointierten Schärfe wie auf der Bühne zu seinem Leben geäußert. Hüsch zur Wahl des Titels: „Als ich einem Freund erzählte, dass ich dabei wäre, mein Leben aufzuschreiben, sagte er: ‚Da komm ich doch sicher auch drin vor?‘ ‚Aber natürlich‘, sagte ich, ‚aber klar, du kommst auch drin vor.‘ Und so fand ich den Titel für meine Erinnerungen.“ Das Bild, das er von sich und seiner Kindheit zeichnet, ist nicht rosig. Bis ins Alter von 14 Jahren musste er sich wegen einer Missbildung der Füße mehrmals Operationen unterziehen. So überschreibt er sein erstes Lebenskapitel auch mit: Orthopädie und Entertainment. Unterhaltung als Waffe gegen den Schmerz. Hüsch zur Geschichte seines Lebens: „Es ist nicht die Geschichte der Bundesrepublik. Es ist meine Geschichte. Meine Musik. Alles ist meins gewesen und geworden. Kapitulation ja, Resignation nie. Optimismus ungern, Zuversicht immer. Und oft ist und war meine Geschichte auch die Geschichte von anderen. Und das werden immer die schönsten Geschichten bleiben.“ (Klartext-Verlag; 7,95 Euro) **************************** wat is? is wat? Das Ruhrstadt-Wörterbuch "Heiermann": Wer kennt ihn nicht als Werteinheit? Das "Bollerrad" des Fünfmarkstücks war immer die größte Münze. Doch wo kommt der Ausdruck her? Wie so vieles, das mit Geld zu tun hat, aus dem Jiddischen: "Hei" heißt da "fünf". Gibt es eine Sprache des Ruhrpotts mit eigenen Ausdrücken und Redewendungen? Es gibt sie auch wenn sie nicht nur auf eigenem, das heißt westfälischem Mist gewachsen ist. Das ist schon bedingt im Wort "Pott": Das Wort für "Topf" ist ursprünglich französisch pot. Kohlenpott ist entstanden durch den Zuzug von Menschen aus allen Ecken und Kanten, um hier zu arbeiten. Im täglichen Miteinander schmorte im Pott dann ein "Sprach-Gulasch" sehr deftig, aber auch pikant. Die Zutaten unter anderem: das Jiddische und Rotwelsch der Händler- und Hausierersprache, das Französische der ehemaligen Besatzungsmacht und natürlich das Plattdeutsch. Die Wurzeln der Sprache zu finden und zu enträtseln ist nicht einfach. Aber spannend ist die Suche danach allemal. Jürgen Meyer hat das Wörterbuch mit viel Sachkenntnis zusammengestellt. Herausgekommen ist keine sprachwissenschaftliche Abhandlung, sondern eine Einladung ins pralle Alltagsleben der Ruhrstadt. Begriffe und Redewendungen sind mit viel Hintergrundwissen erläutert und immer anhand alltäglicher Redewendungen illustriert. Jürgen Meyer, geb. 1938 in Essen, ist "Ruhrgebietler aus Passion". Der Sport-Journalist befasst sich seit vielen Jahren mit der Ruhrgebiets-Sprache. Seine bekanntesten Bücher: "Panhas am Schwenkmast eine Kindheit im Ruhrgebiet", "Samtkragen fürt Härz", "Homo püttensis". (Klartext; 7,95 Euro) **************************** Sigi Domke 
Wie sieht denn die Omma aus?! Sigi Domkes Ruhrpott-Humor ist unschlagbar! Gekonnt `modifiziert´ er in seinem neuen Buch Märchen und andere Klassiker, `übersetzt´ sie in die heutige Zeit und verlagert sie in den Sprachraum des Ruhrdeutschen. Ein hoher Unterhaltungswert und Bauchweh vom Lachen sind beim Kauf des Buches garantiert. Der Froschkönig (Anfang)Ja, der Titel vonne nächsten Geschichte is ersma irreführend, weil, et geht hier nich um den König vonne Frösche, sondern um ein König, der in ein Frosch verwandelt worden war. Sowat kam damals noch ziemlich häufig vor. Wahrscheinlich, weil sonne Verwandlung total schnell passierte. Zack, mim Zauberstab draufgehalten, vielleicht noch en passenden Spruch aufgesacht, schon sah einer aus wie sonne Amphibie. Heutzutage musse en paar Stunden beim Friseur verbringen oder ellenlang an dir rumschneiden lassen von irgendnem Kurpfuscher, nur um dein Typ en bissken zu verändern. Und dann würde immer noch kein Frosch dabei rauskommen. Gez war die Froschgestalt wohl mehr als Strafe gedacht gewesen, aber wat nach ne Sitzung beim Schönheitschirurgen als Ergebnis rauskommt, is ja auch oft ne Strafe. Jedenfalls is dat Märchen en Klassiker, und man kann auch wieder richtig wat lernen, nämlich, dat man en Versprechen, wat man einem gegeben hat, wo man dachte, der is doch sowieso zu doof, um sich da auch nur dran zu erinnern, dat man dat aber trotzdem einhalten soll. So Märchen waren eben früher wie sonne moralische Bildungsanstalt. Genau dat Gegenteil vom Fernsehen heute. Da lernt man ja, dat doof, zickig und egoistisch die optimalen Charaktereigenschaften sind. So ändern sich schon wieder die Zeiten. Also: Et war einma en König, der hatte Töchter, die alle rattenscharf aussahen. Die jüngste Tochter sah aber am rattenschärfsten aus. Jedem Männchen, egal ob Mensch oder Tier, blieb bei der ihren Anblick der Mund offenstehen, und et fing an zu seibern ... |
(Henselowsky, 9,90 Euro)
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